Und wieder ist Onkel Max unterwegs

Ich rufe Peter an: Ob Peter wohl morgen mit mir nach Burgfelden komme? - Das ist für Peter doch keine Frage. Am nächsten Morgen steht er pünktlich an der Haltestelle vor dem elterlichen Hof. Das Postauto bringt ihn zur Haltestelle Hochburgfelden, unserem verabredeten Treffpunkt.

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Eisenbahnverrückt ist er, mein Göttibub Peter. Dass mich das ein bisschen stolz macht, gebe ich gerne zu. Strahlend steigt er aus dem Postauto und gemeinsam nehmen wir den kurzen, aber steilen Aufstieg zur Ruine Hochburgfelden unter die Füsse. Der Rundblick ist fantastisch: das ganze Gleisfeld des Güterbahnhofes liegt uns zu Füssen. Am Hang klebt das Dorf Burgfelden, um das sich die Strecke der Schmalspurbahn windet. Die Burg wird heute noch, so erzählt die Sage, von einem Geist bewohnt, bei dem es sich um einen Prinzen handle. Sein Klageruf sei in stillen Nächten deutlich zu hören, wenn er auf der Suche nach seiner geliebten Prinzessin durch die Gemäuer streife. Die Prinzessin wurde leider einem anderen versprochen. Heute hören wir aber nur das Summen der Seilbahn, die den Steinbruch mit dem Kieswerk verbindet.

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Dann steigen wir nach Burgfelden ab. Zuerst besuchen wir die grosse Kirche, anschliessend kehren wir im Löwen ein. Hinter dem Friedhof schleppt gerade eine Ge 6/6 einen Zementzug in die Höhe. Peter will natürlich sofort mit dieser Bahn fahren, doch dieses Vergnügen sparen wir uns für einen anderen Tag auf. Nach dem Löschen des Durstes schlendern wir die Hauptstrasse von Burgfelden hinunter zum Bahnübergang Richtung Kieswerk. Kurz nach 10 Uhr sollte ein Sonderzug, gezogen von einer Dampflok, aus dem Tobel Richtung Bahnhof von Burgfelden fahren. Ein rhythmisches Stampfen und Fauchen kündigt den Zug an. Es gelingt mir, zwei Bilder zu schiessen. Den gleichen Zug erwische ich auch auf dem Bahnübergang. Heute scheint unser Tag zu sein. Gleich darau fährt der Regionalzug bergwärts.

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Beim Kieswerk schauen wir zu, wie Wagen um Wagen mit Schotter gefüllt wird. Der Zug ist bespannt mit einem Krokodil: wenn das kein Bild wert ist. Noch lieber wäre mir gewesen, ein Kieszug der Schmalspurbahn stände auf dem Dreischienengleis an den Silos. Dann nehmen wir den Weg über die grosse Brücke. Diese verbindet seit einigen Jahren das Güterschuppengelände mit der Hauptstrasse und dem Dorf. Auf der Brücke wird gebaut. Da muss wohl einer die Abkürzung durch das Geländer genommen haben. Einige Zeit stehen wir auf der Überführung und schauen dem Hin und Her der Züge zu. Unmittelbar nebem dem Güterbahnhof liegt die sanierte Hauptstrecke, auf der sich die schnellen Züge elegant in die Kurven legen. Vor allem der Cisalpino macht hier eine gute Figur.

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Ein Besuch des Güterbahnhofes lohnt sich. Vom ehemaligen Burgfeldner Riet ist nicht mehr viel zu sehen. Es wurde und es wird kräftig gebaut. Der Güterschuppen steht schon lange, eine Schreiner hat sich angesiedelt, die Decke eines Kellergeschosses wird eben betoniert. Eindrücklich ist, wie die Baustelle gegen die Bahn gesichert wurde. Auf den Gleisen ist sehr viel los. Langsam schiebt sich ein langer Containerzug in den Bahnhof, an der Spitze je eine 460-iger der SBB und eine 465-iger der BLS. Fast vor meiner Kamera kommt der Zug zum Stehen. Peter muss ganz nahe an die Loks. Er wird sichtlich nervös, als ihn der Lokführer anspricht. Unterdessen werden Züge verschoben, Wagen zusammengestellt und Güter umgeladen. Nur auf der Schmalspurbahn läuft an diesem Nachmittag nicht viel. Das Bahnhöfchen brütet still und verlassen in der Nachmittagssonne.

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burgfelden016 Wir schauen noch kurz in der Schreinerei vorbei. Fred, mein Kollege, hantiert mit dem Kran. Trotzdem reicht's für einen kurzen Schwatz. Und schon ist es wieder Zeit auf das Postauto zu gehen. Ich verabschiede mich von Peter mit dem Versprechen, wieder einmal gemeinsam auf die Jagd zu gehen.